Palast der Großfürsten von Litauen

Beschreibung
Direkt im Stadtzentrum von Vilnius, unmittelbar hinter der Kathedrale St. Stanislaus und zu den Füßen des Gediminas-Berges befindet sich der Palast der Großfürsten von Litauen (Lietuvos valdovų rūmai). Der Palast befindet sich damit an derselben Stelle wie sein historische Original. Die Reste des ursprünglichen Palastgebäudes wurden Anfang der Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert vollständig zerstört, es blieben nur die Grundmauern und Spuren der alten Anlagen zurück. Im Jahre 2000 wurde vom litauischen Parlament feierlich der Wiederaufbau der Palastanlage an historischer Stelle beschlossen. Nach langjähriger Bauzeit wurde im Jahre 2013 der Großfürstliche Palast und das eingegliederte Nationalmuseum für die Öffentlichkeit freigegeben.

Das neue Palastgebäude greift dabei die verschiedenen architektonischen Epochen seiner historischen Vorgänger auf und bietet dem Besucher hierdurch einen Einblick in die bewegte Geschichte Litauens. Im Untergeschoss des Schlosses befinden sich noch heute die Grundmauern des ursprünglichen Palastgebäudes. Über einen kunstvoll durch die Anlage geschlungenen Holzpfad wandert der Besucher des Museum so durch und über historische Stätten. Die Anlage ist barrierefrei gestaltet, so dass auch Besucher im Rollstuhl die Ausstellung besichtigen können. Gerade im Untergeschoss des großfürstlichen Palastes ist den Architekten eine spannende Mischung zwischen moderner Sichtbeton-Architektur und alt ehrwürdigen Ruinenfragmenten gelungen, welche für eine zeitgemäße Präsentation der Exponate und Grabungsstätten sorgt.

Neben den Ruinen und Grundmauern des historischen Herrschaftssitzes finden sich auch zahlreich Exponate über das Leben und die Versorgung zu jener Zeit. So geben etwa hölzerne Wasserleitungen einen Eindruck über die Infrastruktursituation vergangener Jahrhunderte. Modelle und historische Funde zeigen die Lebenswelt der damaligen Bevölkerung. Die Ausstellung ist mehrsprachig ausgeschildert. In den Obergeschossen des Palastes wurde durch antiquarische Zukäufe in Millionenhöhe das höfische Leben und die Lebenswelt in Renaissance und Frühbarock nachgebildet.

Tipp Das Museum wurde von Google für seine Plattform Google Maps auch in den Innenräumen erfasst und kann so auch virtuell durchschritten werden.

Geschichte
Das Gelände des heutigen Palastgebäudes wurde im Laufe der Jahrhunderte wieder und wieder von Feuern und kriegerischen Auseinandersetzungen heimgesucht und war daher dem stetigen Wandel unterworfen. Belege erster baulicher Aktivitäten auf dem Gelände des großfürstlichen Palastes gehen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Die Errichtung einer größeren steinernen Burganlage wird auf Mitte des 15 Jahrhunderts datiert. Bereist zu jener Zeit diente der Palast repräsentativen und defensiven Zwecken und wurde von den Herrschern jener Zeit als Residenz oder Repräsentanz genutzt. Über die Jahrhunderte wurden auch wieder und wieder bauliche Anpassungen Vorgenommen die dem jeweiligen Zeitgeist entsprachen. Im Jahre 1634 bot der Palast auch die Kulisse für die erste litauische Opernaufführung.

Im Zuge der russischen Invasion im Jahre 1655 kam es zu erheblichen Verheerungen an der Palastanlage und schließlich durch Feuerschäden zu einer fast vollständigen Zerstörung der Anlage. In Folge dessen wurden die Gemäuer für eineinhalb Jahrhunderte als Residenzsitz unbrauchbar. Neben Kleineren Nutzungen der verbliebenen Ruinen war der Palast weitestgehend seiner Funktion beraubt und wurde schließlich gegen Anfang des 19 Jahrhundert völlig dem Verfall preisgegeben und eingerissen.

Im Jahre 2000 beschloss der litauische Parlament den Wiederaufbau der Palastes und die Einrichtung einer Museums. Die Bauarbeiten begannen im Jahre 2002 und sieben Jahre später im Jahre 2009 kam es bereits zu einer teilweisen Eröffnung. Seit 2013 erstrahlt der Palast nun wieder in alter Schönheit und ist für den Publikumsverkehr geöffnet.

Fazit
Der großfürstliche Palst in Vilnius ist seit seiner Einweihung im Jahre 2013 ein feste Größe unter den Sehenswürdigkeiten der litauischen Hauptstadt. Die modernen und hellen Räumlichkeiten und die zahlreichen Exponate sind in jedem Falle einen Besuch wert. Durch die Verquickung mit den historischen Grabungsstätten im Kellergeschoss hat der Besucher die Möglichkeit im Wahrsten Sinne des Wortes den Atem der Gesichte zu spüren.

Kontakt
Telefon: +370 5 212 7476
Fax: +370 5 212 7470
Internet: www.valdovurumai.lt

Social Media
https://www.facebook.com/valdovurumai

Öffnungszeiten
Mo: geschlossen
Di-Fr: 11:00 – 18:00
Sa-So: 11:00 – 16:00

Lage
Katedros a. 4
01143 Vilnius

GPS
N: 54.686121
E: 25.288818

Karte

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